Montag, 19. Juli 2010

openSUSE 11.3: Mit Treiber geht es besser...

Ja... nun ist sozusagen der Super-GAU durch: Leute mit wenig IT-Erfahrung sind längst zu anderen Distros verschwunden und der Rest kloppt wie ich den nv-nouveau-Treiber in die Kiste zurück.

Es ist ja noch verständlich, das der proprietäre Treiber nicht mit der Distribution ausgeliefert werden darf, aber die beste Hardware-Erkennung eines Betriebssystems dazu zu zwingen einen schlechten Treiber für mehr als die Erstinitialisierung eines Betriebssystems behalten zu wollen ist echt doof...

Meine Gainward Nvidia 9500 GT mit 1 GB(!) RAM auf derselbigen war zur 2D-Karte kastriert!!!
Dafür hab ich die ja schließlich nicht gekauft...

Um diesen Treiber zu installieren, brauche ich diesmal nicht selbst eine Anleitung zu schreiben, denn es gibt sie bereits: Auf opensuse.org ist die komplette Anleitung hinterlegt.

Augenblicklich lohnt es nur den manuellen Anweisungen nachzugehen, den der 1-Click-Install funktioniert nicht, da für die 11.3 noch keine Treiber-Version existiert...

Ich bin also der Anleitung für die manuelle Installation gefolgt. Unbedingt zu beachten sin ddie besonderen Hinweise für die Version 11.3! Sonst könnt ihr die Installation vergessen.

In Abwandelung der Anleitung auf opensuse.org, die wahrscheinlich zuletzt niemand von den Schreibern nachvollzogen hat, läßt sich der Treiber manuell nicht so leicht durch STRG-Alt-F1 auf der Konsole installieren, merkwürdigerweise war der X-Server auch durch das init3 noch nicht komplett abgeschaltet.

Ich habe mich dann schlicht abgemeldet und an der Neuanmeldung eine Text-Konsolen-Sitzung ausgewählt. Dort ließ sich der Treiber auch dann problemlos installieren und nvidia-xconfig ausführen, was den Treiber zum Laufen bringt.

Das merkt man dann sofort bei der Neuanmeldung...

Solltet ihr eventuell auch meinem Umweg folgen müssen, vergesst nicht dann noch die restlichen Schritte wie vorgesehen zu absolvieren, damit dann auch alles wirlich funktioniert!

Als netter Seiteneffekt, der aber möglicherweise auch gar nichts mit der Grafiktreiberinstallation zu tun hat, funktioniert nun auch die gleichzeitige Audiowiedergabe mit Amarok und einem YouTube-Video... fragt mich also gar nicht erst, woran das liegt.
Ich vermute einfach mal, das der Nvidia-Soundchip auf meinem Board noch den letzten Treiber-Schliff in diesem Prozess erhalten hat...

Fazit: Mit dem richtigen Treiber fürs Gerät geht es einfach besser. Man sollte also nicht aus lauter Freiheitsliebe seine Nutzer damit vergrätzen, dass man noch keinen vollständigen freien Treiber zur Verfügung hat. Jetzt erst kann ich die 11.3 auch wirklich geniessen...

Sonntag, 18. Juli 2010

openSUSE 11.3: Gemischte Gefühle

Das Upgrade zu openSUSE 11.3 hinterlässt bei mir einige gemischte Gefühle:

Die Aktualisierung zu neuen Version verlief auf meinem Laptop absolut problemlos und schmerzfrei und bringt auf diesem schmalbrüstigen Gerät auch den erwünschten Geschwindigkeitsvorteil bei vollem Funktionserhalt. Alles bestens und Banane.

Dem Desktop-PC wollte ich ebenso eine Aktualisierung angedeihen lassen, aber weder mit noch ohne eingebundenen Repositories war die Aktualisierung möglich, die ich jeweils nach dem x-ten Paket, welches nicht installiert werden konnte, abgebrochen habe.

Also gut, dachte ich... machen wir eine Neu-Installation, aufräumen ist ja auch mal wieder nicht schlecht...

Als Endergebnis auf dem Desktop überwiegt aber das Negative:
Durch den neuen "Nouveau"-Treiber für Nvidia-Grafikkarten werden offenbar die Funktionen meiner Nvidia-Karte nicht ausreichend unterstützt, die ich eigens für eine bessere Performance angeschafft hatte und man merkt es deutlich an der Schwerfälligkeit der Umgebung, auf der sich auch keine Desktopeffekte anschalten lassen (ist ein echt einfacher Test um die Grafikleistung zu checken).

Dafür das Amarok und das Pulse-Audiosystem funktionieren, bezahle ich mit dem alten Phänomen, dass dann zwar der Flashplayer im Browser noch funktioniert, aber dafür keinen Ton von sich gibt.

Dazu fehlen schlicht einige Pakete... wieso ist eigentlich ein KRadioRipper in den Repositories zu finden, wenn der zugrunde liegende StreamRipper nicht mehr dabei ist und das Paket so gar nicht installiert werden kann?

Und wieso fehlt die Unterstützung durch die ATI- und Nvidia-Repos, die doch so gut funktioniert hat?

Mein Desktop-PC fühlt sich leistungstechnisch auf die Zeit vor dem Kauf der stärkeren Grafikkarte zurückgesetzt... völlig ohne Not...

Dringend nachbessern!

Sonntag, 11. Juli 2010

Überzeugte Verweigerer?

Der neue (N)Onliner-Atlas der Initiative 21 ist da und teilt uns erfreulicherweise mit, dass mit 72% aller über 14jährigen erstmals über 70% aller Deutschen dieser Altersgruppe online sind.

Das an sich ist sicherlich eine gute Nachricht, aber ich kann dem Argument nicht folgen, dass von 19 Millionen Menschen, die nicht online sind, 16 Millionen sogenannte "Verweigerer aus Überzeugung" sind.

Guckt man sich nämlich die entsprechende Karte der (Seite 34 des Berichts) an, fällt zu nächst einmal die Häufung dieser "Verweigerer" in den östlichen Bundesländern auf.

Sicherlich werden hier auch die alten Menschen, denen eine Internetnutzung für den Rest ihres Lebens nicht mehr erstrebenswert erscheint, zu den "überzeugten Verweigerern" gezählt, was für mich zunächst mal so nicht nachvollziehbar erscheint, da diese Gruppe ja sozusagen vom Aussterben bedroht ist.

Gerade in den östlichen Bundesländern sehen wir also eher einen demografischen Effekt, der auch von einer perfekten Breitbandaustattung kaum zu bremsen ist: Auf dem platten Land sitzen überwiegend die Rentner , denen sich eine solche Nutzung eben nicht erschliesst und die jungen Leute sind längst in die Städte oder gen Westen abgewandert.

Das Land Brandenburg ist ein solches Bundesland, im dem trotz gewaltiger Fläche mittlerweile nur noch 2,5 Millionen Menschen wohnen und die Zuwanderungseffekte, die die Abwanderungseffekte aber zahlenmässig nicht auffangen können, sicherlich z.B. den Speckgürtel von Berlin betreffen.
Brandenburg ist sicherlich ein Land, dessen Einwohnerzahl wochentags am Vormittag noch deutlich unter 2 Millionen sinkt, wenn alle morgens zur Arbeit gefahren sind!

Nichtsdestotrotz reicht es, die Stadtgrenze um wenige Schritte zu überschreiten, um gelgentlich schon in tiefe Löcher der Breitbandversorgung zu tapsen und dort auf Menschen zu treffen, die nicht etwa das Internet an sich verweigern, sondern eher den Mangel an bezahlbaren und leistungsfähigen Möglichkeiten in dasselbe zu gelangen, zu einer Verweigerung führt.

Hier lohnt es sicherlich, mal auf dass in meinem vorherigen Artikel beschriebene finnische Modell zu sehen... ;-)

Die Zahl jener, die dass Internet generell als Macht des Bösen ablehnen, ist also sicherlich kleiner als die Zahl derer, die eine Nutzung mangels Möglichkeit und Alter ablehnen.

Es ist anzunehmen, das so einige dieser Verweigerer offenbar auf den Regierungsbänken sitzen, denn wie sollte man sonst die von fehlender Expertise geleiteten Vorstöße gegen das Internet durch Gesetztesinitiativen bewerten?

Donnerstag, 1. Juli 2010

Bürgerrecht Internet

In Finnland ist ab heute Gesetz, wovon manche hier auf dem Lande noch Träumen: Der Zugang mit 1 Mbit-Downstream zu einem günstigen Preis ist in Finnland ein einklagbares Recht geworden.

Investitionen in das finnische Netz werden bis zu zwei Dritteln der Summe vom finnischen Staat und der EU getätigt... Deutschland hat derweil lieber Abwrackprämien und Rettungsschirme für reiche Banken geschmiedet... und sieht dementsprechend schlecht aus auf diesem Gebiet.

Sagenhafte 96% der Finnen sind jetzt schon online... eine echt unglaubliche Zahl.
Trotz wesentlich größerem Kundenstamm ist man auch hier längst nicht so weit...

Das Problem allen staatlichen Handelns liegt in der Definition von Fortschritt: Wenn ich das Internet als kriminellen Hort des Bösen betrachte und Daten speichern möchte von jedem der sich darin bewegt, dann beschreibt das mitnichten Google sondern "Datenspeicherungsweltmeister" Deutschland... denkt mal drüber nach...

Mittwoch, 23. Juni 2010

Da habt ihr noch Angst vor Google?

So langsam wundert mich die Hysterie der Menschheit gegen Google...

Offenbar wird das Thema auch geschickt genutzt, um von anderen politischen Schwächen ein bisschen abzulenken und zu Beschlüssen zu kommen, die eine ganz andere Zielrichtung verfolgen.

Mal ehrlich: Was sind eigentlich unsere Surfprofile und die Bilder unserer Häuser und möglicherweise unser eigenes Bild vor dem Eifelturm bei Google gegen die geballte Kontroll- und Sammelwut unseres Staates?

Der Staat nötigt uns unseren Wohnort amtlich per Meldegesetz erfassen zu lassen, reicht diese Daten gleich an das Finanzamt weiter. Dieses bekommt von den Banken erzwungene Auskünfte über unser Vermögen über die Zinseinkünfte.

Seit dem 1.1. wissen die Ämter des Staates außerdem wieviel wir verdienen, wieviel Urlaub wir haben und wann, wo und wie lange wir beschäftigt sind, warum uns gekündigt wird und ob wir Abmahnungen erhalten haben.

Dazu strebt man eine erneute Vorratsdatenspeicherung mit unseren Verbindungsdaten an und für staatliche Leistungen muss man sogar seine persönlichen Lebensverhältnisse outen, die dann ab der nächsten Volkszählung 2011 eh staatlich erfasst sind.

Wir werden videoüberwacht, beaufsichtigt, bevormundet, sicherheitsverwahrt, fußgefesselt...

Und angesichts dieser staatlichen Maßnahmen soll ich noch Panik bekommen, wenn Google mir passende Werbung einblendet? o_O

Die Datenschutzpläne zu "unserem Schutz" sind doch nur ein Ablenkungsmanöver...

Mittwoch, 16. Juni 2010

Nicht nur BP...

Müll im Grünen... sondern auch deine Nachbarn zählen zu den Umweltsäuen!

Sicherlich hat die Ölkatastrophe im Golf von Mexico vom Zeitrahmen und Ausmaß eine andere Größenordnung, aber zählt man die illegalen Müllentsorgungen unserer spießigen Nachbarn zusammen, haben wir sicherlich auch eine Umweltverschmutzung in der Größenordnung mindestens einer Ölpest.

Besonders neckisch an dieser wilden Müllkippe ist, das nach Lage und Art des Mülls der Verdacht geradezu auf die motorisierten Anwohner der zahlreichen Eigenheim- und Dauerkleingartensiedlungen der unmittelbaren Umgebung fallen muss, die das Zeug, wenn sie es doch schon mal im Auto haben, auch genausogut zum Recyclinghof hätten fahren können.

Doch dort, oh weh, hätte man ja eine Gebühr entrichten müssen für den Kühlschrank, was den Etat für Bier und Grillfleisch um 10€ reduziert hätte...

Und ja, für den im Wald liegenden Bitumenschutt hätte man richtig was abdrücken müssen, denn das ist Sondermüll und somit verlässt der Täter fließend den Bereich vom angeblichen Kavaliersdelikt zu richtigem kriminellem Handeln...

Dazu dann noch der Ablageort, von dem der Autofahrer meint, hier käm eh keine Sau hin, weil sich niemand vorstellen kann da mal zu Fuß hinzugehen, obwohl es geradezu um die Ecke ihrer Behausungen liegt und genau da kommt der Verdacht her, denn den Weg kennt nur wer in der Gegend wohnt und Radfahrer und Wanderer führen keinen Schutt dieser Größe mit...

Nachts also Kühlschränke in den Wald schmeissen und vor dem eigenen Haus Schilder die darauf hinweisen, dass Hundekacke unerwünscht sei...

Passend dazu dann noch auf der Rücktour meines kleinen Fahrradausfluges die Frau, die eine schöne Blume mit einer teuren Kamera am Straßenrand fotografierte... drei Schritte neben dem mit laufendem Motor wartenden Auto der Freundin... Naturfotografie neu definiert...

Wenn du also heute abend die neuesten Berichte von der Ölkatastrophe ansiehst und dann aus dem Fenster siehst, sei dir gewiss, dass die nächste Umweltsau vermutlich keinen Steinwurf weit entfernt sitzt...

Dienstag, 15. Juni 2010

WM-Terror

Toleranz, Gemeinschaft und Freundschaft... so in etwa werden ja die Erwartungen an diesen WM-Sommer umschrieben. Ein neues positives Gefühl für Deutschland, sagt man.

Dem kann ich mich als jemand, der Fußball nun einmal nicht mag, nicht so anschließen.

Im Gegenteil: die WM artet in einen Terror aus, der dem Unbeteiligten keinen Raum zum ausweichen lässt.

Auf Schritt und Tritt wird man davon verfolgt... Beispiel Kaufland:
Nachdem man um die üblichen WM-Kollektionen ja noch einen bogen machen kann, ist es beim Supermarkt-Pack Hackfleisch nicht mehr zu vermeiden, denn aus dem handelsüblichen Zeug, welches sich durch nichts von dem Hackfleisch vorher und nachher unterscheidet, ist zum "Fan-Pack 2010" mit vielen Fußbällen drauf mutiert.
Noch während ich resignierend die Packung in den Einkaufswagen lege, beschallt mich der Supermarkt mit seinem WM-Service und den neuesten Ergebnissen aus Südafrika...

Als ob man durch das illegale abbrennen von Feuerwerkskörpern, dämliches Tröten und ähnlicher Geräusche nicht eh längst bis in die Nacht über jedes erdenkliche Tor bei der WM informiert wird... je lauter, je deutscher das Tor ist.

Das habe man doch als toleranter Mensch mal hinzunehmen, schließlich spielt doch Deutschland und es geht um die Weltmeisterschaft. Da muss man doch stolz sein auf sein Land und mitfiebern, informiert man mich. Und daher wird eben auch Lärm gemacht...

Allerdings habe ich keinen von diesen Menschen ein paar Wochen vorher im Nationaltrikot laut feiern hören, als eine deutsche Herren-Nationalmannschaft nach Jahrzehnten bei einer WM im eigenen Land (jawohl... Deutschland) im Halbfinale kämpfte und es zuvor noch einen Zuschauerweltrekord beim für uns siegreichen Eröffnungsspiel Deutschland - USA gab...

Es war dem deutschen Fernsehen auch keine GEZ-Gebühren wert, dieses für Deutschland ja interessante Turnier im eigenen Lande zu übertragen... lieber schaufelt man die Millionen nach Südafrika...

Und wie weit es letztendlich mit der Toleranz für Menschen mit anderen Interessen als Fußball her ist, zeigt ein Zitat, das ich in einer Internet-Community gelesen habe: "Es gibt doch tatsächlich Menschen, denen die WM schnuppe ist. Solche Menschen sind es, an denen Deutschland zugrunde geht..."

Dem bleibt letztlich nix hinzuzufügen...

Petes Videos